Tagesgedanken



Tagesgedanken
Donnerstag, den 14. Juli 2011 um 10:44 Uhr

Jetzt ist sie in Angola,

unsere Angela

ist wegen dem Öl da.

unsere Angöla.

 

Endlich mal wieder ein Polit-Wortspiel!

Vielleicht sollte ich die "Tagesgedanken" in Tagesnotizen um taufen.

Da paßt alles drunter: Einfälle, Entwürfe, Tagebucheintragungen, auch

Zitate. Hoffentlich kann ich durch diese Öffnung die Regelmäßigkeit und Häufigkeit

etwas steigern.

 

 
Tagesgedanken
Freitag, den 01. Juli 2011 um 11:17 Uhr

Der "Grand Menhir brise" von Locmariaquer in der Bretagne ist (mir) allemal einen Tagesgedanken

wert. Ich war vor einer Woche dort und nachhaltig beeindruckt von diesem gewaltigen, fast

20 Meter langen und 280 Tonnen schweren länglichen Granitblock, der umgefallen und in vier Stücke

zerbrochen ist. Um das Jahr 4500 vor unserer Zeitrechnung wurde er heutigen Untersuchungen zufolge

dorthin geschafft und aufgestellt, um das Jahr 4200 ist er umgefallen oder umgestürzt worden. Von den

vier Teilen, die nach oben immer schmaler und kürzer werden, liegen die drei oberen in der einen Richtung,

während der unterste, schwerste und größte in einem Winkel von etwa 150 Grad fast in die entgegengesetzte

Richtung gefallen ist.

So liegen sie da seit über sechstausend Jahren und geben Rätsel auf. Können die C14-Analysen tatsächlich diese

Differenz von 300 Jahren ausmachen, oder kann dieser wohl größte aller Menhire vielleicht schon bei dem Versuch,

ihn aufzustellen, umgefallen und zerbrochen sein? Liegt er da als ewiges Symbol und Mahnmal menschlichen

Scheiterns. Oder hat ihn ein Erdbeben zu Fall gebracht, wofür wohl, wie ein Animationsfilm zeigt, die eigenwillige Lage

spricht?

Und natürlich: wie können Obelix' Vorfahren das überhaupt geschafft haben? Aber der Gedanke an die brutale Machtausübung

und Versklavung von Menschen, die vielleicht dahintersteckt oder sozusagen drin steckt, soll nicht mein letzter sein. Mein letzter

Gedanke für heute ist ein Gefühl: ich liebe sie, diese Menhire.

 

 
Tagesgedanken
Freitag, den 10. Juni 2011 um 09:36 Uhr

Auf der Verpackung eines Kopfkissens, an welchem ich auf der Suche nach Kissenbezügen in einem Kaufhaus vorbeikam, wurde dieses für

sein "dauerhaftes Bauschvolumen" angepriesen. Selten hat mich eine verbale Blüte so inspiriert wie diese. Ein dauerhaftes Bauschvolumen zu haben, scheint mir nicht nur für Kissen, sonder auch für Menschen, Seelen, Persönlichkeiten, Inividualitäten, Bewußtseine, Gemüter wünschenswert.

Das Wort bauschen ("...du bauschst", steht im Duden) verdient aufgrund seiner immateriellen, metaphorischen Dimension, eine weniger unfreundliche und knappe Behandlung, als sie bisher in dem pejorativen "aufgebauscht" enthalten war. Was bleibt uns denn im Leben anderes übrig, als zu bauschen und dadurch Raum und Luft und Form zu erlangen? Sind wir denn nicht wie Kissen, die ihre Form, nachdem sich jemand drauf gesetzt oder gelegt hat, zurück gewinnen wollen und sollen?

In diesem Sinne wünsche ich dir oder Ihnen, lieber Leser, heute kein "schönes Wochenende" sondern ein dauerhaftes Bauschvolumen. Das ist nachhaltiger. Aber bitte schaumgebremst.

r

 
Tagesgedanken
Montag, den 20. Juni 2011 um 13:14 Uhr

"Zwischen den Stühlen schwebend", schrieb mir neulich jemand in einer mail

und gab mir einen schönen Gedanken für den Tag. Wenn man sich denn schon in mancher

Hinsicht zwischen Stühlen befindet, so muß man ja nicht unbedingt versuchen, dort zu sitzen.

Das könnte leicht schwierig und unbequem werden und auf de Dauer darauf hinauslaufen, daß man

zwischen den Stühlen steht oder liegt. Wieso sagen wir eigentlich nicht "zwischen den Tischen stehen" oder

"zwischen den Betten liegen"?

Wer zwischen Stühlen steht, wartet wohl darauf, daß ein Stuhl frei wird. Wer es aber schafft,

zwischen Stühlen zu schweben, ist am besten dran. Sie schaut sich die ganze Szene in aller Ruhe

an und denkt sich ihren Teil.

 

 
Tagesgedanken
Sonntag, den 05. Juni 2011 um 13:02 Uhr

Die Würde des Menschen ist unantastbar, lautet Artikel Eins unserer Verfassung.

Wieso, frage ich mich, hat man hier das ansonsten kaum verwendete Adjektiv

"unantastbar" gewählt? Man wollte doch wohl sagen: diese Menschenwürde ist

unser höchstes Gut, sie darf nicht verletzt, beschädigt, beieinträchtigt werden,

der Staat und die Rechtsordnung sind zu ihrem Schutz da.

Das Antasten von etwas ist ja zunächst einmal nichts Böses, sondern ein menschlichess

Grundverhalten, ein Bedürfnis der Orientierung und der Verbindung, unsere früheste,

körperlichste, elementarste, erotischste Sinneserfahrung.

Nach etwas zu tasten, muß keineswegs bedeuten, daß man es verändern oder gar zerstören

will. Man möchte das angetastete Objekt erfahren, erspüren, erleben.

Dem ist die Menschenwürde enthoben, sie darf nicht befingert und befummelt und in Frage

gestellt werden. Aber dürfen wir sie nicht insoweit antasten, um herauszufinden, ob ihre

Kanten und Konturen mit so mancher realen Zeiterscheinung vereinbar ist?

 

 
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