Peter P. Peters über Peter P. Peters

Das Gespräch  führte Ludmilla Rittlinger

Frage: Wer sind Sie?

 

Antwort: Peter P. Peters, geboren 1952 in Frankfurt am Main.74 Kilo, 1 Meter 81, Schugröße 42,

Penislänge......

 

Frage:....ich meine,  wer sind Sie, als Kleinkünstler?

 

Antwort: Für Kabarett und Satire hatte ich schon seit je als Autor und Liedermacher eine Ader, aber erst seit Anfang des dritten Jahrtausends habe ich mich mit meinem Solo-Programm „Deutsch für Aufhörer“ als Kabarettist auf die Bühne gestellt.

 

Frage: mit Erfolg?

 

Antwort: Dafür, dass ich keinen Agenten hatte, unbedingt. Als ich im Januar 2003 im Frankfurter Stalburg-Theater Premiere hatte, habe ich während des Auftritts und hinterher gespürt. das schlägt ein, da hast du eine Art gefunden, zwei mal 45 Minuten auf eine Menschenmenge einzureden, die diese sich mit Vergnügen gefallen lässt. Am nächsten Morgen hat mich dann auch der Michi Herl angerufen und mir gleich vier weitere Termine für die nächsten Monate angeboten. Das war Balsam für die geschundene Künstlerseele. Danach bin ich dort elfmal, insgesamt vierzig mal mit meinem „Crash Kurs für Länguitsch-Invaliden“ aufgetreten.

 

Frage Das ist der Untertitel von „Deutsch für Aufhörer“?

 

Antwort: Ja.. Ich versuche, komische Funken aus der Fiktion zu schlagen, dass ich als eine Art Anti-Deutsch-Lehrer auftrete, der den Kursteilnehmern ein beschleunigtes „Outsourcing“ der deutschen Sprache nahe bringt. Dazu vermittelt er Grundzüge eines Abschiedsdeutsch, Wörter und Wege, wie man der deutschen Sprache vielleicht doch noch ein bisschen power, design, message und performance verleihen kann.

 

Frage: Komische Funken schlagen - ist das die Tätigkeit eines Comedians?  Sind Sie ein Comedian?

 

Antwort: O je, diese Frage musste ja kommen. Der Begriff comedy mit seiner blöden, anglomanischen Ableitung „comedian“ steht für eine reales Kultur-Phänomen,  für das es hierzulande kaum eine Tradition gibt. Man holt sich den Namen von dort, wo er Tradition und Realität hat, aus dem Angelsächsischen. Eine Comedy-Welle füllt erst seit 10,20 Jahren auch hierzulande die Säle und Kanäle, früher beschränkte sich das auf eine sehr kleine Anzahl von Einzelfiguren wie Jürgen von Manger, Hanns-Dieter Hüsch und Heinz Erhard.Daß einer aufsteht und redet und weiterredet, und den andern machts Spaß, sie lachen und hängen an seinen Lippen: das ist comedy, deskriptiv betrachtet. Kognitiv wird’s schwieriger.

 

Frage: Was haben Sie gegen comedy?

 

Antwort: Die hämische Tendenz, die sebstgefällige, selbstgerechte, bequeme Von-oben-herab-Perspektive, der Tanz ums Klischee, die seichten, allzu billigen Pointen und Anspielungen, die Abwesenheit von Verunsicherung und Selbstironie.

 

Frage: Und wie würden Sie das nennen, was Sie auf der Kleinkunstbühne machen?

 

Antwort: Literarisches Kabarett und Entertainment, Sprachakrobatik oder besser Verbal-Artistik. Sprachkritik, die nicht mit dem hohen Zeigefinger, sondern unterhaltsam, humorvoll, ironisch und hintergründig daherkommt. So daß die Zuhörer, wie mir in vielen schönen Fällen zurückgemeldet wurde, noch lange danach sich selbst und andere beim alltäglichen Sprachgebrauch beobachten und Stoff zum Nachdenken finden. Man könnte es auch als „philosophische Comedy“ bezeichnen

 

Frage: Wie geht es weiter mit Ihrer Karriere als Kleinkünstler?

 

Antwort: Nach gut fünf Jahren habe ich aus meinen beiden Programmen zum Thema Deutsche Sprache eine Art Master-Programm zusammengebaut, „Deutsch für Aufhörer und Wortgeschrittene“. Das ist ein Knüller, wirklich etwas Besonderes, und ich kann nur die  Kleinkunstbühnen, Fernsehsender und  Videoportale bedauern, die versuchen, daran vorbeizukommen, weil ich nicht weiß, wie sie das auf die Dauer durchhalten wollen. Smiley!

 

Frage: Ist die Konkurrenz nicht sehr groß?

 

Antwort: Wenn es um die Gesamtzahl von Bewerbern für Auftritte auf Kleinkunstbühnen geht, allerdings. Aber ich finde nicht, dass meine Art von Sprachkleinkunst so oder ähnlich auch von anderen gemacht würde oder gemacht worden wäre, so dass man mich leicht ablehnen könnte mit der Begründung: So etwas in dieser Art hatten wir leider schon.

 

Frage: Sind Sie einzigartig?

 

Antwort: Ich glaube schon, ehrlich gesagt, aber Sie sind auch einzigartig, Frau Rittlinger.Natürlich gibt es Vorbilder und Brüder im Geiste, von Jandl bis Gernhardt, von Morgenstern bis Willi Astor. Aber ich fühle mich mit meinem Sprach-Kabarett auf einem ziemlich eigenen, selbst gebahnten Weg von Anfang an und überhaupt nicht als Nachmacher und Epigone von irgendjemandem.Frage: Sie bezeichnen sich als „ernsthaften Sprachspieler“.

 

Frage: Was meinen Sie damit?

 

Antwort: Das ist ein Paradoxon, denn einen ernsthaften Spieler gibt es eigentlich so wenig wie  einen hungernden Esser. Und es gibt ihn in unserer dialektischen Welt aber doch, den Ernst im Spiel, man denke nur an die konkrete Freiheit und die wunderbare Menschenwürde im Spiel der Kinder.

 

Frage: Aber was kann am Wortspiel von Erwachsenen „ernsthaft“ sein?

 

Antwort: Das Befreiende. Womit wir spielen, das kann uns nicht beherrschen. Die Sprache in der Gesellschaft und im Bewußtsein der Einzelnen ist ja auch ein gigantisches Herrschaftssytem voller Regeln, Regelungen, Bewertungen, zwingender Verknüpfungen und Verbote. Da tut es gut, das sprachliche Material einmal nach ganz anderen Regeln zu behandeln.

 

Frage: Geben Sie uns zum Schluß noch ein Beispiel?

 

Antwort: Eins meiner Wortspiele oder Wortspielmethoden ist die vokalische Variation.Das heißt, die Vokale marschieren durch gleichlautende Rahmenwörter hindurch: Rasen, Rosen, resen, Riesen, rusen, reisen, Reusen. Wenn man nun mit solchen vokalisch variierten Wörtern Sätze bildet, kann man erstaunliche Erkenntnisse gewinnen, echte Weisheiten und Mottos fürs Leben wie das folgende: Laßt uns alle, die sich am lieben Leben laben, loben!


 

 
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