Tagesgedanken
Dienstag, den 20. September 2011 um 19:57 Uhr

Immer öfter passiert es mir, daß ich auf meinem Fahrrad von anderen

Fahrradfahrern überholt werde, oft überraschend, ziemlich flott und ein bißchen gefährlich,

denn auf die Idee, sich durch ein Klingeln von hinten kommend anzukündigen, kommt kaum jemand.

Und dann überhole ich selbst im Auto Radfahrer, die aufreizend langsam fahren, weil sie, wie der Blick zurück

zeigt, schon so alt sind. Manchmal fahren sie so langsam, daß man beinah befürchtet, sie könnten auf ihren zwei

Rädern umfallen. Und dann denke ich: in den Augen der anderen bist du jetzt wohl auch so ein alter Sack, der nur

schleichend vorwärtskommt.

Alt werden heißt Abschied nehmen. Immer länger wird die Liste der Dinge, bei denen ich mir sagen muß: das geht nicht mehr,

das kannst du nicht mehr, das ist nicht mehr deinem Alter gemäß: nach 22 Uhr noch aus dem Haus gehen, Badminton spielen,

Scuba-diving, Pantomime lernen...

Tröstlich ist der Gedanke,  in diesem Abschiednehmen ein Moment von Veränderung und Begrüßung von etwas Neuem zu sehen.

Wegfallende Wichtigkeiten und Gewohnheiten schaffen Platz für Neues. Langsameres Fahrradfahren ist ein Stück Entschleunigung und

eine Chance für etwas, das die jungen, schnellen Leute, die einen überholen, kaum verstehen können: Beschaulichkeit.

 

 
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