Tagesgedanken
Montag, den 21. November 2011 um 22:52 Uhr

Homo loquax,

der geschwätzige Mensch, oder, falls ich da noch nicht mit meinem Latein am Ende

bin, homo loquiens (?) - der redende Mensch. Weniges scheint mir für den Mensch

der Gegenwart so kennzeichnend wie das viele reden. Der Mensch, glaube ich, redet

nämlich taftäglich viel mehr, als zur Klärung von Sachverhalten, zur Lösung von Problemen und

Meinungsverschiedenheiten und zur Koordinierung von planvollen Handlungen notwendig wäre.

Es gibt viel fragwürdige Motivation fürs Reden: die selbstgefällige Spiegelung, das sich Festhalten

an irgendeinem Standpunkt, die Flucht vor dem, was ist, in das, was man sagt, das sich Hineinsteigern

in beliebige Aufregungen und Emotionen, das sich Herablassen von der höheren Warte dessen, der den

Überblick hat und Menschen und Dinge, Szenerien und Meinungen bewertet.

Warum fällt erwachsenen Mesnchen, wenn sie gesellig zusammenkommen, selten etwas anderes ein, als zu

reden? Warum sind wir so arm an anderen Möglichkeiten der Kommunikation und kommen kaum auf die

Idee, das oft so schleppende, belanglose, selbstgefällige, witzlose Gerede zu vermeiden und zu ersetzen durch

Tanzen, Musizieren, Theater spielen, körperlich sein?

 

 
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